Genuine Contact Summer Academy: Extraordinary Leadership

 

Lohnt sich Team-Entwicklung?

Lohnt es sich, in Team-Entwicklung zu investieren? Birgitt Williams meint ‚nein'. Ist ein gut funktionierendes Team ein Vorteil für jedes Unternehmen? Ihre Antwort dazu ist ein eindeutiges ‚ja'. Das erscheint Ihnen paradox? Lesen Sie hier, wie Birgitt Williams zu dieser Sichtweise aus mehr als 30 Jahren Erfahrungen mit Teams und Organisationen kommt:

1965 entwickelte Bruce Tuckman ein Modell für die Entwicklung von Gruppen, das auch heute noch gültig zu sein scheint. Sie kennen vielleicht die vier Schritte der Gruppenentwicklung: Forming, Storming, Norming, Performing. In vielen Situationen werden diese vier Schritte zitiert, besonders wenn Konflikte auftauchen. „Ach, wir sind gerade in der Storming-Phase unserer Team-Entwicklung." Birgitt Williams bezweifelt, dass Tuckman jemals richtig lag. Es war eine Theorie, die vielleicht gerade deshalb so bekannt wurde, weil sie praktischerweise Konflikte und mittelmäßige Leistung durch die unterschiedlichen Phasen erklärt. „Es ist schon erstaunlich, wie viele Team-Entwicklungsprogramme auf dieser Theorie basieren" stellt sie fest.

Immer wenn jemand einer Gruppe beitritt oder eine Gruppe verlässt, wird die Gruppe zu einer ‚neuen' Gruppe, die einen neuen Anfang braucht. Konsequent durchgedacht bedeutet das, dass Team-Entwicklung wieder bei Null beginnt und die vier Phasen – Forming, Storming, Norming, Performing – erneut durchlaufen werden müssen. Eine mühsame Vorstellung!

Wandel ist konstant: wie berücksichtigen wir Team-Entwicklung oder Gruppen-Entwicklung unter dieser Prämisse? Sie haben vielleicht bemerkt, das es nie eine ‚normale' Zeit gibt, weil sowohl interner wie externer Wandel ständig auf uns einstürmen. Die globale Kommunikation findet praktisch ohne Zeitverzögerung statt, und globale Handlungen scheinen uns mehr als jemals zuvor zu beeinflussen. Das Konzept von Teams hat sich ebenfalls verändert. Viele Organisationen sehen Vorteile darin, ihre Leute in mehreren Teams gleichzeitig einzusetzen: funktionale Teams, multifunktionale Teams für Querschnittsthemen und Projekt-Teams sind Beispiele dafür.

Sich die Zeit für Team-Entwicklung zu nehmen, speziell wenn diese auf dem oben erwähnten linearen Ansatz basiert, kann gar keinen ausreichenden Return on Investment bringen. Und doch sind gut funktionierende Teams eine notwendige Kapazität für Organisationen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Ein neuer Blick auf Teamentwicklung

Lassen Sie uns einmal einen neuen Blick auf Teamverhalten und Teamleistung werfen! Birgitts Williams Perspektive ist vielleicht hilfreich und bietet eine Diskussionsgrundlage für unterschiedlichen Teams:

  1. Werfen Sie alte lineare Modelle von Team-Entwicklung in den Papierkorb. Lassen Sie diese alten Ansichten fallen und sagen Sie sich selbst, dass diese Modelle in der Vergangenheit gute Dienste geleistet haben, aber eine neue Sichtweise notwendig ist.
  2. Stellen Sie sich vor, dass es ein natürlicher Zustand ist und es auch schon immer war, als Kollektiv, Gruppe oder Team zu handeln. Menschen brauchen einander und müssen sich zusammenschließen, um Dinge zu erledigen, die für ein einzelnes Individuum zu groß sind. Wir wissen instinktiv, wie man in Teams arbeitet, also brauchen wir keine Team-Entwicklung.
  3. Diskutieren Sie den Glaubenssatz, den wir im Genuine Contact Ansatz verfolgen: „ Jeder Organismus hat den Plan für seine eigene optimale Gesundheit in sich". Dieser Glaubenssatz, auf Teams angewendet, bedeutet, das der Plan für ein gesundes leistungsfähiges Team bereits da ist. Das Team weiss nicht nur instinktiv, wie man ein Team ist, es verfügt auch über den Plan, ein wirklich gesundes Team zu sein. Und ja, das bedeutet zu akzeptieren, dass ein Team ein lebender Organismus ist.
  4. Das Team wird sich an einem gemeinsamen Sinn oder Business-Ziel ausrichten und wird einen Weg finden, sich selbst zu einem vereinbarten Ergebnis zu führen, die Aufgaben zu managen und die Ziele zu erreichen.
  5. Menschen möchten von Natur aus ein Leben mit Sinn führen und werden danach trachten, Leistung zu erbringen, vorausgesetzt das Klima im Unternehmen ist stärkend und die Rahmenbedingungen sind klar.

Teamentwicklung lohnt sich – aber anders!

Die Basis für Teamentwicklung ist nicht das Team selbst sondern die Gesamtorganisation: eine stärkende Umgebung, in der das Team sich zu seiner optimalen Leistungsfähigkeit entwickeln kann.

  • Entwickeln Sie ein klares, prägnantes und unwiderstehliches „großes Ziel". Was ist der gemeinsame Sinn oder das Business-Ziel für die Organisation und für das Team?
  • Entwerfen Sie ein attraktives Zukunftsbild und klare Strategien, an denen Teams und Menschen in Teams sich ausrichten können, um Bedeutung und Sinn in ihrer Arbeit zu finden. Tun Sie das auf möglichst ganzheitliche und partizipative Art und Weise.
  • Richten Sie Ihre Organisation nachhaltig (Gleichgewicht Ökonomie – Ökologie – Soziales) aus, sodaß ihre MitarbeiterInnen tieferen Sinn in ihrer Arbeit und in der Verwendung ihrer Lebenszeit finden.